Meteorologen erhöhen die Warnstufe

Kurz nach Mittag luden die führenden Wetterdienste ihre Prognosemodelle neu – und warnten geschlossen vor einer extremen Entwicklung. In die labil aufgeheizte Luft schiebt sich ein kräftiges Atlantiktief; an seiner Vorderseite entsteht eine so genannte Konvergenzlinie, an der Sturmböen in Orkanstärke möglich sind. Gewitterkerne sollen dabei regelrecht „auf die Schiene gesetzt“ werden und sich in rasender Geschwindigkeit nach Südosten verlagern.
Besonders brisant: Parallel zum Wind fällt eine Kaltfront ein, die bis zu 20 Grad Temperatursturz binnen weniger Stunden bringt. Wo sich beide Systeme überlagern, rechnen Fachleute mit Niederschlagsraten von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter und Hagelkörnern in Golfballgröße. Es ist die Sorte Lage, bei der selbst wettererprobte Bundesländer vorsorglich Katastrophenstäbe aktivieren.
Bürger zwischen Routine und Sorge

In Baumärkten bildeten sich noch vor Feierabend lange Schlangen; Regenhauben, Sandsäcke und Notstromaggregate wechselten in Rekordtempo den Besitzer. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk stellten mobile Pumpen in Bereitschaft, während Bahnunternehmen erste Fernzugverbindungen in den Westen strichen. Vielerorts machte sich eine nervöse Geschäftigkeit breit, gespeist von Erinnerungen an die Flutkatastrophe vor fünf Jahren.
Gleichzeitig beschworen Behörden via Social Media Gelassenheit: Man habe Schutzräume definiert, Pegelstände würden in Echtzeit überwacht, und Einsatzzentralen seien rund um die Uhr besetzt. Doch die Frage blieb: Wo würde die Linie sich letztlich entladen – und mit welcher Gewalt?