Kalte Luft aus Nordwesten, drückende Schwüle aus Südosten – zwischen den Fronten baut sich etwas auf, das selbst routinierte Wetterbeobachter nervös werden lässt. Noch ist unklar, wo der Gipfel der Kräfte zusammentrifft, doch die Karten zeigen ein Szenario, das alles übertreffen könnte, was der Juli bislang zu bieten hatte.
Dunkle Vorboten am Abendhimmel

Die ersten Hinweise tauchten am frühen Morgen auf den Satellitenbildern auf: ein scharfgezeichneter Wolkenbogen, der sich über der Nordsee schloss und rasch nach Süden schob. Binnen Stunden verdichteten sich die Strukturen, türmten sich zu riesigen Ambossen und rotierten wie Zahnräder in einem Getriebe, das offenbar höhere Drehzahlen anstrebte.
Während die Stadtlichter unter dem dunstigen Schleier flimmerten, meldeten Messstationen ungewöhnliche Drucksprünge. Der Wind tastete sich in Böen heran, riss lose Planen von Baustellen und ließ sommermüde Bäume bedrohlich knacken. Doch das war erst das Präludium – die eigentliche Kraft lag noch gut 200 Kilometer entfernt.