„Meine Familie ist mir das Wichtigste“

Der Druck auf Jens Spahn war in den Tagen zuvor immer weiter gewachsen. Nicht zuletzt soll auch der Kanzler selbst eine Rolle gespielt haben.
Schließlich zog Spahn die Konsequenz und gab den Fraktionsvorsitz ab. In seiner Erklärung schrieb er: „Eines ist mir in den letzten Tagen immer klarer geworden: Meine Familie ist mir das Wichtigste.“
Mit diesem Satz machte er deutlich, dass er den Fokus nun auf sein Privatleben legen will. Politisch bleibt er jedoch weiter im Bundestag aktiv – und erhält damit auch weiterhin die regulären Leistungen eines Abgeordneten.
Knapp 17.300 Euro aus dem Bundestagshaushalt

Die steuerpflichtige Abgeordnetenentschädigung, auch Diät genannt, beträgt derzeit exakt 11.833,47 Euro im Monat. Eine geplante Erhöhung um 4,2 Prozent zum 1. Juli wurde vom Bundestag am 10. Juli einstimmig ausgesetzt.
Ohne diesen Beschluss wären die Diäten auf rund 12.330 Euro gestiegen. Zusätzlich bekommt Spahn wie alle Bundestagsabgeordneten eine steuerfreie Kostenpauschale von monatlich 5.467,27 Euro.
Rechnerisch fließen ihm damit weiter rund 17.300 Euro pro Monat aus dem Bundestagshaushalt zu. Die Kostenpauschale ist allerdings kein frei verfügbares Gehalt. Sie soll etwa Ausgaben für Wahlkreisbüro, Zweitwohnung in Berlin, Büromaterial und Wahlkreisarbeit abdecken.
Wie viel Spahn verliert, bleibt unklar

Was Jens Spahn durch den Rücktritt verliert, ist vor allem die zusätzliche Vergütung für den Fraktionsvorsitz. Solche Funktionszulagen werden aus den Haushalten der Fraktionen gezahlt.
Wie hoch Spahns Zulage genau war, ist öffentlich nicht bekannt. Die CDU/CSU-Fraktion legt nicht offen, welche Beträge einzelne Funktionsträger erhalten.
Andere Fraktionen sind transparenter. Bei den Grünen bekommen Fraktionsvorsitzende beispielsweise eine Zulage in Höhe von 50 Prozent der Abgeordnetendiät, also rund 5.900 Euro. Die AfD erhöhte die zusätzlichen Bezüge ihrer Vorsitzenden 2025 auf eine volle Diät, also knapp 12.000 Euro monatlich.
Union und SPD nennen dagegen nur Gesamtsummen für Funktionszulagen. Bei der CDU/CSU-Fraktion waren es 2023 rund 2,08 Millionen Euro, bei der SPD rund 1,81 Millionen Euro. Wie viel davon auf Spahn persönlich entfiel, lässt sich daraus nicht ableiten.