Warnungen aus der Branche

Branchenvertreter fürchten einen „kalten Investitionsstopp“. Entwickler berichten bereits von Banken, die Finanzierungen aussetzen, bis klar ist, ob künftige Anlagen jederzeit einspeisen dürfen. Auch die Länder zeigen sich gespalten: Während einige Ministerpräsidenten den Schutz des Netzes begrüßen, mahnen andere, Klimaziele könnten so verfehlt werden.
Besonders heikel: Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen den Technologien. Steht in einer Region viel Photovoltaik, betrifft die Limitierung auch neue Windparks – und umgekehrt. Fachleute sprechen von einem „Bremseffekt über Bande“, der sämtliche Projekte verunsichern könnte.
Diese Landkreise trifft es besonders hart

Erst eine jetzt veröffentlichte Analyse des Ökostromanbieters Green Planet Energy bringt ans Licht, wo die Neuregelung am schnellsten Wirkung zeigt: Insgesamt 90 Landkreise stehen auf einer vorläufigen Liste der Bundesnetzagentur, in denen schon ab 2027 ein faktischer Ausbaustopp drohen könnte.
Besonders betroffen sind demnach die Küstenländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit ihren starken Onshore-Windkapazitäten, Teile von Sachsen-Anhalt sowie sonnenreiche Regionen in Hessen und Bayern, in denen große Photovoltaik-Felder den Netzpuffer bereits ausschöpfen. Für Projektierer vor Ort bedeutet das: Ohne teure Netzverstärkungen oder Speicherlösungen dürfen sie künftig weder neue Windräder noch Solarfarmen planen – ein radikaler Kurswechsel, der den grünen Boom dort vorerst zum Stillstand bringen könnte.