Diese abendliche Gewohnheit beeinflusst Ihre Energie am nächsten Morgen.

Diese abendliche Gewohnheit beeinflusst Ihre Energie am nächsten Morgen.

Abendstress: Ihr Gehirn unterscheidet nicht.
Nach 20 Uhr noch Arbeits-E-Mails checken, Familienkonflikte kurz vor dem Schlafengehen klären, sich Sorgen um Finanzen oder die Arbeit machen und dabei die Decke anstarren – all das aktiviert das sympathische Nervensystem, das Stressreaktionssystem.
Wenn dieses System aktiviert ist, schüttet der Körper Cortisol und Adrenalin aus. Diese Hormone erhöhen Herzfrequenz, Wachheit und Muskelspannung – genau das Gegenteil von dem, was der Körper zum Einschlafen und Erholen braucht. Die Nacht nach einem stressigen Abend ist statistisch gesehen unruhiger, mit mehr kurzen Aufwachphasen und einem geringeren Anteil an Tiefschlaf, der wichtigsten Erholungsphase. Schlafmediziner empfehlen, am späten Abend eine „Pufferzone“ einzurichten: mindestens 30 bis 45 Minuten ausschließlich für ruhige, bildschirmfreie Aktivitäten, damit sich das Nervensystem vor dem Schlafengehen entspannen kann. Koffein: Viel hartnäckiger als Sie denken.
Glauben Sie, Ihr Kaffee um 17 Uhr kann Ihren Schlaf um 23 Uhr nicht beeinflussen? Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Koffein hat im Körper eine Halbwertszeit von etwa fünf bis sechs Stunden. Das bedeutet, dass die Hälfte des Koffeins einer Tasse Kaffee, die um 17 Uhr getrunken wird, um 23 Uhr noch im Blutkreislauf vorhanden ist. Bei Menschen, die Koffein langsam verstoffwechseln (was genetisch bedingt ist), kann diese Halbwertszeit acht bis zehn Stunden betragen. Diese Personen spüren die Wirkung eines Nachmittagskaffees noch weit nach Mitternacht, ohne es unbedingt zu bemerken – denn Koffein wirkt hauptsächlich durch die Blockierung von Adenosinrezeptoren, dem Molekül, das auf natürliche Weise Müdigkeit verursacht. Experten empfehlen den meisten Erwachsenen, nach 14 Uhr auf Koffein zu verzichten. Dies betrifft nicht nur Kaffee, sondern auch schwarzen Tee, grünen Tee, bestimmte Kräutertees, Limonaden und dunkle Schokolade in großen Mengen.

Alkohol: Ein falscher Freund des Schlafs
Ein Glas Wein oder ein Bier am Abend zum „Entspannen“ – Millionen von Menschen pflegen diese Angewohnheit in dem Glauben, dass es ihnen beim Einschlafen hilft. Und in gewisser Weise stimmt das: Alkohol wirkt beruhigend und beschleunigt das Einschlafen. Was jedoch oft übersehen wird, ist, wie er die zweite Nachthälfte beeinträchtigt.
Wenn die Leber Alkohol abbaut (was etwa eine Stunde pro konsumiertem Getränk dauert), werden Substanzen freigesetzt, die eine aktivierende Wirkung auf das Gehirn haben. Diese Substanzen stören den REM-Schlaf – die Traumphase, die für die Gedächtniskonsolidierung und die Emotionsregulation unerlässlich ist – in der zweiten Nachthälfte. Deshalb wachen Menschen, die abends Alkohol getrunken haben, oft gegen 3 oder 4 Uhr morgens auf und können nicht wieder einschlafen.

Laut einer Metaanalyse, die in der Fachzeitschrift „Alcoholism: Clinical & Experimental Research“ veröffentlicht wurde, reduziert selbst moderater Alkoholkonsum den REM-Schlaf um 9,3 % – mit messbaren Auswirkungen auf Stimmung, Konzentration und Energie am nächsten Tag.

Was Sie stattdessen tun sollten: Die gute Nachricht ist, dass schon ein paar einfache Anpassungen Ihrer Abendroutine Ihre morgendliche Energie deutlich steigern können – oft schon innerhalb weniger Tage.

— Schalten Sie Bildschirme mindestens 45 Minuten vor dem Schlafengehen aus oder aktivieren Sie den Warmlichtmodus Ihrer Geräte ab 19 Uhr.

— Essen Sie mindestens zwei Stunden vor Ihrer geplanten Schlafenszeit zu Abend.

— Schaffen Sie sich ein Entspannungsritual: Lesen Sie ein Buch, atmen Sie bewusst, nehmen Sie ein warmes Bad, meditieren Sie leicht oder dehnen Sie sich sanft.

— Vermeiden Sie Koffein nach 14 Uhr und reduzieren Sie Alkoholkonsum so weit wie möglich – idealerweise trinken Sie drei Stunden vor dem Schlafengehen gar nichts.

— Halten Sie regelmäßige Schlafenszeiten ein, auch am Wochenende – dies ist eine der wirksamsten Methoden, Ihren zirkadianen Rhythmus zu stabilisieren.

— Sorgen Sie für ein kühles (zwischen 16 und 19 °C) und dunkles Schlafzimmer.

Ein Wort von den Experten: Schlafexperten betonen einen entscheidenden Punkt: Schlaf ist kein passiver Prozess. Er ist ein aktiver Prozess der Regeneration, der neurologischen Reinigung und der Festigung von Lerninhalten. Einfach nur im Dunkeln zu liegen, reicht nicht aus – Sie müssen Ihren Körper und Ihr Gehirn optimal auf diesen Zustand vorbereiten.

Und diese Vorbereitung beginnt Stunden bevor Sie die Augen schließen. Was Sie um 20 Uhr tun, bestimmt, wie Sie sich um 7 Uhr morgens fühlen werden. Das ist eine biologische Tatsache, keine Meinung – und man sollte sie ernst nehmen.

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