Ralf Dümmel hört genau hin

Um seine Idee auf den Prüfstand zu stellen, sucht Diego den Austausch mit Ralf Dümmel. Der Investor gilt als einer der bekanntesten Gesichter der deutschen Gründerszene und weiß, woran junge Konzepte scheitern – oder wachsen können. Für Diego ist das Treffen deshalb mehr als nur ein lockerer Ratschlag unter Bekannten.
Vor dem Gespräch zeigt sich der Nachwuchsunternehmer entsprechend beeindruckt. Über Dümmel sagt er: „Ralf ist eine Person, die schon eine gewisse Aura hat, wenn sie den Raum betritt.“ Auch dessen Laufbahn scheint ihn stark zu beeindrucken, denn Diego nennt sie „wahnsinnig inspirierend, weil so etwas zeigt einem wieder, was denn wirklich alles machbar ist“. Es wird also schnell klar: Für ihn steht bei diesem Termin viel auf dem Spiel.
Noch klingt alles nach wertvoller Starthilfe. Doch dann lenkt Ralf Dümmel den Blick auf einen Punkt, den Diego nicht einfach wegmoderieren kann.
Die Idee ist gut – aber der Markt ist gnadenlos

Zunächst fällt Dümmels Urteil keineswegs vernichtend aus. Im Gegenteil: Die Grundidee kommt bei ihm offenbar gut an. „Da muss man jetzt tiefer einsteigen: Welche Vorteile hat das, welche Argumente hat man dafür?“, erklärt er. Das klingt nach Interesse – aber eben auch nach einer deutlichen Aufforderung, aus einem groben Konzept ein echtes Verkaufsargument zu machen.
Denn genau dort liegt das Problem: Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist dicht besetzt, laut, schnell und hart umkämpft. Ein neues Produkt reicht nicht, wenn es sich nicht klar abhebt. Diego selbst räumt ein, dass ihm bislang noch ein echtes Alleinstellungsmerkmal fehlt. Damit steht sein Projekt vor der typischen Start-up-Frage: Was macht dieses Produkt anders als all die anderen?
Dümmel bringt die Herausforderung entsprechend nüchtern auf den Punkt. „Der Markt ist natürlich umkämpft, die Herausforderung wird das Marketing, weil es so viel Nahrungsergänzung gibt und jeder sagt: Seins ist das beste.“ Spätestens an dieser Stelle wird deutlich, dass es nicht nur um eine gute Idee geht – sondern um Glaubwürdigkeit, Positionierung und Sichtbarkeit.
Doch das größte Hindernis ist am Ende womöglich gar nicht das Produkt selbst. Es hat einen berühmten Namen – und genau der könnte alles komplizierter machen.