Druck aus den eigenen Reihen

Besonders heikel für Spahn: In den Landesverbänden rumort es. Mehrere Bundestagsabgeordnete sprachen am späten Freitag von „verlorener Glaubwürdigkeit“ und einem „schweren Schlag“ für das familienpolitische Profil der Union. Öffentlich wollte sich jedoch kaum jemand festlegen – zu groß ist die Angst, in einem sich zuspitzenden Machtkampf zwischen die Fronten zu geraten.
Auch prominente Parteirechte meldeten sich zu Wort. Sie warfen Spahn vor, er habe das gesetzliche Leitbild ignoriert, das er als Gesundheitsminister einst selbst verteidigt hatte. Moderate Stimmen hingegen mahnten zur Besonnenheit: Man dürfe einen politischen Lebenslauf nicht an einer privaten Entscheidung messen, so der Tenor. Doch je lauter die Forderungen wurden, desto weniger glaubten Beobachter an eine rasche Befriedung.