So könnte der **neue Zivildienst** aussehen

Nach Recherchen unserer Redaktion liegt dem Kabinett seit Ende Juli ein vertraulicher Gesetzentwurf vor: Vorgesehen ist ein „Gesellschaftsdienst“ von zwölf Monaten, der ab dem Jahr 2028 greifen soll, falls der Bundestag zugleich eine reaktivierte Wehrpflicht beschließt. Wer aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten will, würde automatisch in den neuen Zivildienst wechseln – und dort in Pflegeheimen, Rettungsdiensten oder Katastrophenschutz-Einheiten eingesetzt.
Besonders brisant: Das Papier sieht vor, dass künftig auch Frauen gemustert werden und sich bei Auslösung der Bedarfswehrpflicht entscheiden müssen, ob sie Uniform oder Zivildienst wählen. Ein digitaler Fragebogen soll jedes Jahr rund 700 000 junge Erwachsene erfassen; auf Basis der Antworten würde der Staat seinen Personalbedarf kalkulieren. Offiziell bestätigt ist das Konzept noch nicht – doch schon in der Sommerpause soll der Entwurf in die Ressortabstimmung gehen. Spätestens dann wird klar sein, ob Deutschland vor der größten Dienstpflicht-Reform seit 2011 steht.