Besonders belastend sei gewesen, dass diese Erfahrungen oft subtil abliefen. Es gehe nicht darum, offen ausgeschlossen zu werden. Vielmehr entstehe das Gefühl langsam – durch kleine Kommentare, überraschte Reaktionen oder unausgesprochene Erwartungen.
Mohammed erklärt, dass ihn besonders der Satz „Aber du bist doch eigentlich Niederländer“ verletze. Was für manche wie ein Kompliment klinge, fühle sich für ihn an wie eine Prüfung. Als müsse er sich ständig beweisen.
Auch während seines Studiums habe sich dieses Gefühl verstärkt.
Seine Kommilitonen hätten von Skiurlauben oder Reisen nach Italien erzählt, während seine Familie kaum Geld für Urlaub gehabt habe. Stattdessen besuchten sie Verwandte in Marokko. Dadurch habe er sich oft zwischen verschiedenen Lebenswelten bewegt.

„Du merkst irgendwann, dass du anders bist“, erzählt er.
Besonders emotional wird Mohammed, wenn er über Bewerbungen spricht. Trotz guter Qualifikationen habe er häufig Absagen erhalten. Ein niederländischer Freund mit ähnlicher Ausbildung, aber weniger Erfahrung, sei dagegen schneller eingestellt worden.
Irgendwann begann Mohammed, bei Bewerbungen statt seines vollständigen Namens nur noch „Mo“ zu schreiben.
„Plötzlich bekam ich mehr Antworten“, sagt er.
Für ihn sei das ein schmerzhafter Moment gewesen. Denn er habe das Gefühl gehabt, einen Teil seiner Identität verstecken zu müssen, um bessere Chancen zu haben.