Geheime Zahlen und wachsende Kritik

Obwohl die Eckpunkte des Haushalts 2027 bereits feststehen, liegen die Details zur neuen Tabaksteuerreform offiziell noch unter Verschluss. Hinter den Kulissen ist jedoch von „modifizierten Aufschlagsstufen“ die Rede, die deutlich über den Pfad hinausgehen, den der Bundestag erst 2021 beschlossen hatte.
Kritiker warnen vor einem Boom des Schwarzmarkts. Der Bundesverband der Tabakwirtschaft befürchtet, Schmuggler könnten noch lukrativere Geschäfte wittern, wenn die Ladenpreise weiter steigen. Gesundheitsverbände halten dagegen: „Illegale Importe dürfen nicht als Vorwand dienen, notwendige Prävention zu sabotieren.“
Auch wirtschaftsliberale Stimmen innerhalb der Regierung mahnen zur Vorsicht. Zu hohe Preise könnten einkommensschwache Raucher:innen unverhältnismäßig belasten. Das Finanzministerium verweist indes auf flankierende Maßnahmen: Ein Teil der Mehreinnahmen solle in Suchtprävention, Entwöhnungsprogramme und Kontrollen gegen Zigarettenschmuggel fließen. Doch selbst in eigenen Reihen regt sich Unmut: „Die Reihenfolge ist falsch – erst Alternativen schaffen, dann verteuern“, heißt es aus FDP-Kreisen.